Prämien für Empfehlungen: 30 Ideen für KMU

Rabatte, Gutscheine, Erlebnisse und Spenden: 30 Prämien mit Kennzahl und Schwelle, dazu Stufen und eine Rechnung, was eine Empfehlung wert sein darf.

Themen: Prämien

9 Min. Lesezeit

Die richtige Prämie macht aus „Ich empfehle dich gern“ ein „Ich hab dich gerade empfohlen“. Wer als Unternehmen ein Programm nach dem Prinzip Kunden werben Kunden aufsetzt, hat dabei mehr Möglichkeiten als den klassischen Geldbetrag. Hier findest du 30 Prämienideen für Empfehlungen, sortiert nach Art, und zu jeder Idee die Kennzahl und Schwelle, mit der du sie als Prämie anlegst.

Jede Idee ist ein Beispiel, kein Richtwert. Beträge und Schwellen passt du an dein Angebot an. Wie du ein ganzes Programm aufsetzt, steht in der Anleitung Empfehlungsprogramm aufbauen in 7 Schritten, die Grundlagen im Leitfaden Empfehlungsmarketing.

Welche Prämie passt zu deinem Programm?

Eine Prämie in refPilot hat einen Namen, eine Kennzahl und eine Schwelle. Die Kennzahl ist Klicks (wie oft der Empfehlungslink geöffnet wurde, jeder Besucher einmal), Leads (wie viele Interessenten sich über den Link eingetragen haben) oder Kunden (wie viele dieser Leads du als Kunden markiert hast). Erreicht ein Empfehlungsgeber die Schwelle, gibt refPilot die Prämie frei. Übergeben musst du sie selbst.

Vier Fragen helfen bei der Auswahl:

  • Wer empfiehlt? Privatkunden freuen sich über Rabatte und Erlebnisse, Partnerbetriebe eher über eine Gutschrift oder eine Gegenleistung.
  • Wie groß ist ein Auftrag? Ein Haarschnitt verträgt keine Prämie von 100 €, ein Hausverkauf schon.
  • Wie oft kauft ein Kunde? Bei wiederkehrenden Kunden bringt ein Rabatt auf das eigene Angebot den Empfehlungsgeber zurück. Bei einmaligen Aufträgen passt ein Gutschein besser.
  • Was passt zu deiner Marke? Eine Steuerkanzlei wirkt mit einer Spende glaubwürdiger als mit einem Kinogutschein.

In den Tabellen steht zu jeder Idee, wie du sie anlegst: Kennzahl und Schwelle.

Rabatte und Gutschriften

Rabatte auf dein eigenes Angebot kosten dich weniger als ihr Nennwert und bringen den Empfehlungsgeber zurück. Sie passen vor allem zu Betrieben mit wiederkehrenden Kunden.

PrämieKennzahlSchwelleHinweis
1. 10 % auf den nächsten AuftragKunden1Der Klassiker für Handwerk und Dienstleister.
2. 50 € Rabatt auf die nächste WartungKunden1Passt zu Heizung, Klima, Auto und allem mit festem Intervall.
3. Ein Monat Beitrag freiKunden1Für Studios, Vereine und Abos.
4. Gutschrift von 25 € aufs KundenkontoKunden1Einfach zu verbuchen, wenn du ohnehin mit Kundenkonten arbeitest.
5. Kostenloser ZusatzserviceKunden1Etwa die Fensterreinigung zur Gebäudereinigung oder die Pflegebehandlung zum Haarschnitt.
6. Anfahrt bei der nächsten Reparatur gratisLeads2Klein genug, um schon Anfragen zu belohnen.
7. Upgrade aufs nächsthöhere PaketKunden1Für Agenturen, Software und Beratungspakete.
8. 20 % auf ein Produkt deiner WahlKunden2Für Läden mit Sortiment.
9. Jahresrabatt von 5 %Kunden3Belohnt Menschen, die dich oft empfehlen, mit einem dauerhaften Vorteil.

Gutscheine und Sachprämien

Gutscheine sind unabhängig von deinem Angebot und für jeden nützlich. Sie passen, wenn ein Kunde selten bei dir kauft oder ein Rabatt bei dir nicht viel wert wäre.

PrämieKennzahlSchwelleHinweis
10. Kaffeegutschein für ein Café in der NäheLeads1Ein kleines Danke für die erste Anfrage, gern bei einem Betrieb aus deinem Ort.
11. Restaurantgutschein über 50 €Kunden1Bewährt bei Maklern, Beratern und Handwerk.
12. Baumarktgutschein über 30 €Kunden1Passt zu Kunden, die gerade gebaut oder renoviert haben.
13. Tankgutschein über 40 €Kunden1Nützlich für fast alle, besonders auf dem Land.
14. Einkaufsgutschein für den Wochenmarkt oder HofladenLeads3Regional und persönlich.
15. Buchgutschein über 20 €Leads2Passt zu Kanzleien, Praxen und Bildungsanbietern.
16. Hochwertiges Werkzeug oder ZubehörKunden2Für Partnerbetriebe aus dem Handwerk.
17. Präsentkorb mit Produkten aus der RegionKunden3Eine größere Stufe für treue Empfehlungsgeber.
18. Kleines Dankeschön fürs Teilen, etwa ein Schokoriegel oder Kaffee beim nächsten BesuchKlicks10Bewusst klein, weil Klicks leicht zu erzeugen sind.

Erlebnisse

Erlebnisse bleiben länger im Gedächtnis als ein Rabatt. Sie eignen sich als höhere Stufe für Menschen, die dich mehrfach empfehlen.

PrämieKennzahlSchwelleHinweis
19. Kinogutschein für zweiLeads2Leicht zu besorgen, für jedes Alter.
20. Abendessen für zweiKunden2Ein Erlebnis statt eines Betrags.
21. WellnesstagKunden3Eine große Stufe für Empfehlungsgeber, die viel bewegen.
22. Tickets für ein Spiel des Vereins vor OrtKunden2Regional und gut zum Weitererzählen.
23. Workshop oder Kurs bei dir, etwa ein Kochkurs, ein Fotokurs oder eine PflanzenberatungKunden1Zeigt dein Können und kostet dich vor allem Zeit.
24. Exklusiver Termin, etwa eine Führung durch den Betrieb oder ein Abend nur für EmpfehlungsgeberKunden3Wertschätzung, die man nicht kaufen kann.

Spenden und gute Zwecke

Spenden passen dort, wo eine persönliche Prämie heikel wäre oder nicht gewünscht ist, etwa in der Beratung oder im Gesundheitswesen. Sie zeigen, dass es dir um mehr geht als um Umsatz.

PrämieKennzahlSchwelleHinweis
25. Spende an einen gemeinnützigen Verein aus dem OrtKunden1Je näher der Zweck, desto stärker die Wirkung.
26. Zehn Bäume gepflanztKunden1Lässt sich auf der Landingpage gut erklären und in weiteren Stufen fortsetzen.
27. Spende an die Jugendabteilung des SportvereinsLeads3Belohnt schon Anfragen und stärkt die Gemeinschaft.
28. Empfehlungsgeber wählt den Zweck aus drei VorschlägenKunden1Gibt Mitbestimmung, ohne dass du eine Auszahlung organisieren musst.
29. Patenschaft für ein Jahr, etwa für ein Tier im TierheimKunden3Eine größere Stufe mit einer Geschichte, die man gern weitererzählt.
30. Wahl zwischen Gutschein und SpendeKunden1Lass den Empfehlungsgeber bei der Übergabe entscheiden.

Prämienstufen: Klicks, Leads oder Kunden?

Ein Prämienset fasst mehrere Prämien zusammen, in refPilot bis zu zwölf. Mit Stufen belohnst du sofort und motivierst trotzdem, weiterzumachen. Ein typisches Set für einen Handwerksbetrieb:

  • Kaffeegutschein · Leads, Schwelle 1
  • 50 € Rabatt auf die nächste Wartung · Kunden, Schwelle 1
  • Restaurantgutschein über 50 € · Kunden, Schwelle 3
  • Wellnesstag · Kunden, Schwelle 5

Bei der Wahl der Kennzahl hilft eine einfache Regel: Je leichter eine Kennzahl zu erreichen ist, desto kleiner die Prämie.

  • Klicks zeigen, dass jemand teilt. Klicks sind aber leicht zu erzeugen, auch ohne echtes Interesse dahinter. Belohne sie deshalb höchstens mit einem kleinen Dankeschön.
  • Leads zeigen, dass die Empfehlung gewirkt hat und sich jemand meldet. Sie eignen sich für die erste, kleine Stufe.
  • Kunden zeigen, dass ein Auftrag zustande kam. Dafür gibt es die große Prämie. Ob ein Lead Kunde wird, entscheidest du selbst, du markierst ihn von Hand oder über die API.

Wichtig für die Planung: Jede Prämie gibt es je Empfehlungsgeber genau einmal. Wenn du „50 € für jeden neuen Kunden“ zahlen willst, legst du mehrere Stufen an, etwa bei 1, 2 und 3 Kunden.

Drei Fehler kommen bei Prämienstufen häufig vor:

  • Die erste Stufe ist zu hoch. Wer erst ab fünf Kunden etwas bekommt, fängt oft gar nicht an. Die erste Prämie sollte nach einer einzigen erfolgreichen Empfehlung erreichbar sein.
  • Zu viele Stufen. Zwölf Prämien sind möglich, aber drei bis vier reichen fast immer. Mehr Stufen machen die Landingpage unübersichtlich.
  • Die Seite passt nicht mehr zum Set. Die Prämienstufen auf der Landingpage sind Text. Änderst du das Prämienset, passe auch die Seite im Baukasten an, sonst versprichst du etwas anderes, als refPilot freigibt.

Was darf eine Empfehlung wert sein?

Feste Richtwerte für Empfehlungsprämien gibt es nicht. Was angemessen ist, rechnest du dir am besten selbst aus. Zwei Größen helfen dabei.

Der Wert eines Kunden. Überleg, was dir ein neuer Kunde über die Zeit einbringt:

Kundenwert = durchschnittlicher Gewinn je Auftrag × Aufträge pro Jahr × Jahre, die ein Kunde bleibt

Nimm dafür den Gewinn, nicht den Umsatz. Ein Auftrag über 2.000 € mit 20 % Marge bringt 400 €, nicht 2.000 €.

Deine heutigen Kosten für einen Neukunden. Was gibst du heute für Anzeigen, Portale oder Messen aus, geteilt durch die Zahl der Kunden, die daraus kommen?

Die Prämie für einen geworbenen Kunden liegt sinnvoll unter beiden Werten. Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen: Ein Kunde bringt dir 400 € Gewinn je Auftrag, beauftragt dich einmal im Jahr und bleibt drei Jahre. Sein Wert liegt bei 1.200 €. Bezahlst du heute 250 € Werbung je Neukunde, ist eine Prämie von 50 bis 100 € für einen Kunden gut vertretbar, und du sparst gegenüber der Werbung noch.

Vergiss bei der Rechnung die Prämien für Leads nicht. Wenn du für jede Anfrage einen Gutschein vergibst, aber nur jede dritte Anfrage zum Auftrag wird, zählt das zu den Kosten eines Kunden.

Prämie für Neukunden?

Viele Programme belohnen nicht nur den Empfehlungsgeber, sondern auch den neuen Kunden: „Du bekommst 10 % auf deinen ersten Auftrag.“ Das macht die Empfehlung leichter, weil der Empfehlungsgeber etwas zu verschenken hat.

In refPilot sind Prämien für Empfehlungsgeber gedacht. Ein Vorteil für Neukunden ist Teil deines Angebots: Du schreibst ihn auf die Landingpage, etwa „Über eine Empfehlung? Dann gibt es 10 % auf deinen ersten Auftrag“, und gewährst ihn, wenn du den Lead bearbeitest. Da jeder Lead über einen Empfehlungslink dem Empfehlungsgeber zugeordnet ist, weißt du, wer über eine Empfehlung kam.

Teilnahmebedingungen: was hineingehört

Sobald du Prämien versprichst, brauchst du Regeln, die Empfehlungsgeber vor dem Teilen lesen können. Sie verhindern Streit und machen die Prämien-Übergabe einfach. Typische Punkte:

  • Wer teilnehmen darf. Etwa nur bestehende Kunden ab 18 Jahren, keine Mitarbeitenden.
  • Wann eine Empfehlung zählt. Zum Beispiel nur über den persönlichen Empfehlungslink und nur für Menschen, die noch nicht Kunde bei dir sind.
  • Wann die Prämie fällig wird. Bei Kundenprämien etwa erst, wenn der Auftrag erteilt oder bezahlt ist, nicht schon bei der Anfrage.
  • Wie und bis wann du übergibst. Gutschein per Post, Gutschrift beim nächsten Auftrag oder Spende, und in welcher Frist.
  • Ausschlüsse und Grenzen. Keine Barauszahlung von Sachprämien, keine Empfehlung an sich selbst, eine Höchstzahl an Prämien pro Jahr, ein Ende der Aktion.
  • Datenschutz. Welche Daten du von Empfehlungsgeber und Interessent verarbeitest, mit einem Link auf deine Datenschutzerklärung.

Stell die Bedingungen auf die Landingpage der Kampagne, damit Empfehlungsgeber sie sehen, bevor sie ihren Link teilen. Lass sie prüfen, bevor du startest.

Müssen Empfehlungsgeber Prämien versteuern?

Prämien können steuerliche Folgen haben, beim Empfehlungsgeber und in deiner Buchhaltung. Wie eine Prämie zu behandeln ist, hängt unter anderem davon ab, ob privat oder geschäftlich empfohlen wird, wie hoch die Prämien insgesamt sind und ob es Geld oder eine Sachleistung ist.

Empfiehlt eine Privatperson dich gelegentlich weiter, gilt die Prämie bei ihr in der Regel als Einkunft aus einer gelegentlichen Vermittlung (§ 22 Nr. 3 EStG). Solche Einkünfte sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 € im Kalenderjahr betragen. Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Kommen 256 € oder mehr zusammen, ist der ganze Betrag steuerpflichtig. Empfiehlt ein Unternehmen, etwa ein Partnerbetrieb, ist die Prämie dort eine Betriebseinnahme.

In manchen Berufen, etwa in der Versicherungs- und Finanzvermittlung, gelten außerdem besondere Regeln für Provisionen und Zuwendungen.

Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Kläre die Behandlung deiner Prämien mit deiner Steuerberatung, bevor du das Programm startest.

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Beschreib im Chat, wen du ansprechen willst und welche Prämien du anbietest. refPilot entwirft daraus deine erste Kampagne mit Landingpage.